Bosco Gurin

Dörfer

Bosco Gurin, im Maggiatal, ist das am höchsten gelegene Dorf im Tessin (1500 m) und das einzige, in dem ein deutscher Dialekt gesprochen wird. Tatsächlich lebt hier eine kleine Walser Gemeinschaft, deren Vorfahren, aus dem Oberwallis kommend (Walliser), im 13. Jhd. diese Berggegenden besiedelten. Ausser der Sprache erinnert auch die Architektur der Holzhäuser und der Getreidespeicher an die Herkunft der Walser. Weitere Gegenstände, die Zeugnis über die Kultur dieses Volkes ablegen, das sich so gut an die Lebensbedingungen in diesen Höhenlagen anzupassen wusste, finden sich im kleinen Museum. Interessant sind auch die zahlreichen Graffiti an den Häusern und an der Kirchenfassade.

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Die Besichtigung


Die Spuren der Walser, die über den Guriner-Furka Pass im 13. Jhd. in die Gegend gelangten und sich ansiedelten, zeigen sich in den verschieden Bauten, an denen man bei einem Spaziergang durch die engen Gassen des Dorfes vorbeikommt. Für eine bessere Organisation der Besichtigung empfiehlt es sich, sich beim Verkehrsbüro in Maggia den Prospekt "Bosco Gurin und die Walser" zu besorgen (im Verteilerkasten vor dem Eingang steht gratis die gesamte Reihe Sentieri di pietra zur Verfügung).

Beim Rundgang durch die Gässchen des Dorfes gewahrt man an den Fassaden zahlreicher Häuser Graffiti von Hans Anton Tomamichel. Dieser Künstler, 1899 in Bosco Gurin geboren, zog mit 15 Jahren nach Zürich, wo er ein erfolgreicher Grafiker wurde.

Von spezieller Besonderheit in Bosco Gurin sind die Getreidespeicher, „torbe“ genannt, von denen noch 15 Exemplare vorhanden sind. Die „torba“ – erklärt man im obengenannten Prospekt – ist ein auf einem Mauersockel errichteter Holzbau, in dem normalerweise der Stall oder der Abstellraum untergebracht waren. Der Holzbau ist durch eine gewisse Anzahl „Pilze“ vom Mauerwerk isoliert. Diese bestehen aus Holz- oder Mauerstielen, auf denen grob gerundete Granitplaten liegen, welche die Mäuse am Erreichen der Kornkammer hindern. Diese Speicher waren der sicherste Ort, um verschiedene Produkte wie Roggen und Gerste vor Feuchtigkeit und Nagetieren zu schützen.

Eine weitere Besonderheit der Walserkultur sind die sogenannten "Gadumdschi", Bauten aus Trockenmauern und mit Dächern aus Steinplatten, ohne Eingangstüre, die als Heustadel dienten. Man findet noch einige am Dorfrand. Zahlreich sind auch die Ställe. Die ältesten, mit dem oberen Teil aus Holz und den Grundmauern in Stein, befinden sich hinter der Kirche der Heiligen Jakob und Christophorus, die 1253 eingeweiht und im Laufe der Jahre mehrmals restauriert wurde.

Man kann das Dorf nicht verlassen, ohne dem Museum einen Besuch abgestattet zu haben, in dem Gegenstände und Zeugnisse aufbewahrt sind, die einen Einblick in die Lebensumstände der Vergangenheit geben.

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