Historischer Weg im Bleniotal

Wanderungen

Der historische Weg im Bleniotal erlaubt seinen Besuchern zahlreiche Zeichen des früheren Lebens, der Arbeit und des Glaubens der Menschen der Region zu entdecken. Auf dem Weg durch das grüne Tal, mit seinen Wäldern und Wiesen, sind Kirchen und Oratorien zu finden, welche wertvolle Kunstwerke bewahren. Der Weg zeigt auch bezaubernde Burgruinen, viele Rustici, Grotti, eine Weinpresse und ausserdem das Runde Haus, ehemaliger Wohnsitz des aussergewöhnlichen Fotografen Roberto Donetta. Heute beherbergt das Haus die Bildersammlung des Fotografen über das historische Bleniotal.

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Rundgang: Historischer Weg im Bleniotal (5 St., Karte)


Die Wanderung auf dem "Historischen Weg 1" beginnt und endet in der Ortschaft Acquarossa. Der ehemalige Kurort, der einst über ein Thermalbad verfügte, liegt in der Ebene des Bleniotals und ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Eine Quelle mit mineralienreichem, rotem Wasser gab dem Dorf einst seinen prägnanten Namen. Der „historische Weg“, der mit braunen Wegweisern ausgeschildert ist, bringt den Wanderer als erstes nach Corzoneso, wo sich die Besichtigung der Kirche lohnt. Der sakrale Bau ist den beiden Heiligen Nazzaro und Celso gewidmet und beeindruckt in den Innenräumen mit seinen kunstvollen Fresken und Stuckarbeiten.

Ein Ortsteil weiter, in Casserio, lädt die Casa Rotonda – Fotoarchiv und ehemaliges Wohnhaus des Fotografen Roberto Donetta (1865 – 1932) – zu einem Ausstellungsbesuch ein. Donetta hinterliess eine umfangreiche Fotosammlung mit Motiven aus dem Bleniotal, die heute von grossem historischen Wert ist. Der Fotograf, der rückwirkend als einer der grössten Künstler seiner Zeit in seiner Branche gilt, war immer hin- und her gerissen zwischen Kunst und Broterwerb. Um seine Familie zu ernähren, arbeitete er als Saatguthändler und Maroniverkäufer. Wie viele anderen aus dem gleichen Dorf, wanderte auch er nach Norditalien aus und starb in grosser Armut. Sein Werk kann in der „Casa Rotonda“ betrachtet werden (Öffnungszeiten sind auf der Internetseite www.archiviodonetta.ch aufgeführt).

Nächste Station auf dem historischen Pfad ist der Monte Navone (auf 770 Höhenmeter), der sich als idyllisches Plätzchen mit blühenden Wiesen und vielen Rustici erweist. Dort hat auch das Oratorium Santa Maria Bambina seinen Standort, ein achteckiges Gebäude im Barockstil, das mehrere kunstvolle Gemälde mit der Jungfrau Maria als Motiv in seinem Innenraum birgt.

Durch Wald und Wiesen, mit einem tollen Ausblick über die Dörfer im Tal, geht es weiter bergab nach Semione. Im Ort angekommen bildet die kürzlich restaurierte Pfarrkirche die nächste Sehenswürdigkeit. Die „Chiesa della Beata Vergine Assunta“ besticht durch ihre ungewöhnliche bauliche Anordnung: Das Ensemble setzt sich aus Kirchengebäude, Glockenturm, Kreuzwegkapellen, Totenkapelle und einer Friedhofssäule zusammen. Die Kreuzwegstationen sind mit Mosaiken versehen, die Totenkapelle weist Fresken aus der Werkstatt der Seregnesi aus dem 15. Jahrhundert auf. Der Ort Semione ist ansonsten geprägt von zahlreichen Häusern aus dem 19. und beginnende 20. Jahrhundert, die einst von ehemaligen Auswanderern nach der Rückkehr in die Heimat gebaut wurden.

Nächste Etappe des Ausfluges ist die Ruine des Castello Serravalle, ein Highlight jedes Besuches im Bleniotal. Die Reste der Burgmauern liegen auf einem breiten Felsrücken zwischen Semione und Ludiano, umgeben von Weinbergen, Bäumen und Wiesen. Die Burg, die vermutlich aus dem 13. Jahrhundert stammt und im Spätmittelalter (1402) zerstört wurde, ist heute Objekt von Restaurierungen und historischer Forschung. Auf der Südseite des Felsen liegt eine kleine Kirche. In ihrem Inneren sind Fresken des 16. Jahrhunderts von Giovanni Battista Tarilli aus Cureglia zu bewundern.

Für das leibliche Wohl ist im nächsten Ort, in Ludiano, gesorgt. Mehrere Grotti laden zum Verweilen und Speisen ein. Zudem spielt der Weinanbau eine grosse Rolle, wovon die vielen Reben in der Umgebung zeugen. In Ludiano steht noch eine historische Weinpresse aus dem 18. Jahrhundert, die besichtigt werden kann. Wer Lust hat, einen kleinen Umweg von wenigen Minuten zu laufen, kann sich die Kirche „di San Pietro di Motto“ anschauen. Der romanische Bau hat seine Wurzeln im 13. Jahrhundert und wurde im 16. Jahrhundert ausgebaut.

Der „historische Weg“ führt weiter durch den Wald bis zum Oratorio di Santa Maria del Monastero (auch: S. Martino Viduale) aus dem 17. Jahrhundert. An dem Ort existierte einst auch ein Hospiz, das als Herberge für Reisende über den Lukmanier- oder Narapass diente. In diesem Hospiz arbeitete Martino Rossi, der später als bedeutendster, italienischer Koch des 15. Jahrhunderts Berühmtheit erlangte. Die letzte Wegetappe hält in Boscero noch die romanische Kirche „di San Remigio“ (11. Jahrhundert) als Sehenswürdigkeit bereit. Anschliessend endet der Rundweg wieder in Acquarossa.

Der gesamte „historischen Weg 1“ zieht sich über 14 Kilometer und dauert rund fünf Stunden. Er ist sehr einfach zu laufen. Es wird empfohlen, sich im Touristenbüro Olivone (Tel. 091 872 14 87) vor der Tour über die Schlüsselausgabe für die verschiedenen Kapellen auf der Strecke zu informieren. Normalerweise sind die Gebäude verschlossen.

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