Giornico

Dörfer

Giornico ist ein Dorf in der Leventina, bekannt wegen der “Battaglia dei Sassi Grossi“ (die Schlacht der grossen Felsen), die 1478 stattfand. Es handelte sich um eine wichtige Begebenheit in der Geschichte der Schweiz, bei der die Eidgenossen die Mailänder besiegten und so die Kontrolle über den Gotthardpass errangen. Das Dorf liegt in einer Flussgabelung, die ein eigenartiges Inselchen bildet und sich einer raren Perle rühmen kann: die Kirche San Nicola, ein herausragendes Zeugnis der Romanik. Interessant ist auch das ethnografische Museum, in dem der Besucher, unterstützt von interaktiven Spielen, historischen Dokumente und Fotografien, sich einen Eindruck über die Vergangenheit des Tales machen kann.

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Die wichtige "Battaglia dei Sassi Grossi”, bei der Ende 1478 die Eidgenossen die Mailänder besiegten, wird mit einem Monument des Tessiner Bildhauers Apollonio Pessina erinnert, das am nördlichen Dorfeingang steht. Im historischen Zentrum, von der Kantonsstrasse in zwei Hälften geteilt, befinden sich einige mittelalterliche Bauwerke. Der obere Teil umrundet die Torre Attone aus dem 14. Jhd. mit seinem quadratischen Grundriss, seit Jahren eingerüstet und in Erwartung restauriert zu werden. Im unteren Teil, zwischen der Kantonsstrasse und dem linken Flussufer sind noch Spuren der alten Strasse vorhanden.

Rundgang: Giornico (2 St., Karte)


Unser Rundgang beginnt in diesem Teil des Dorfes, vor der Casa Stanga und der daneben liegenden Casa Clemente, Sitz des Museums der Leventina, das die Geschichte des Tals durch seine Gegenstände erzählt, indem der Mensch im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht. Zwei Gebäuden, welche zusammen einen Architektur- Komplex von grossem historischem und künstlerischem Interesse bilden. Auf den Fassaden der Casa Stanga, über Jahrhunderte ein Wohnhaus mit Gastwirtschaft, sind die Familienwappen berühmter Reisender aus ganz Europa angebracht, welche auf ihren Pilgerfahrten über die Via delle Genti, den Gotthard-Pass, in Giornico Halt gemacht hatten.

Vom Ausgang des Museum geht es nach links. Nicht weit davon befinden sich zwei antike Bogenbrücken, von wo man einen schönen Blick auf das bewohnte Inselchen geniesst (mit einem pittoresken Grotto), welches sich dank der Flussgabelung bildet. Danach geht es wiederum nach links über ein hübsches Strässchen, einerseits vom Fluss und andererseits von Weinbergen gesäumt, das zur Kirche San Nicola führt (12. Jhd.). Von essentieller, strenger Architektur gehört sie zu den herausragendsten Zeugnissen der Romanik im Tessin und ragt aus den Weinbergen hervor, mit ihrer starken, steinernen Präsenz, einfach und nobel. Bemerkenswert sind das Portal der Südfassade, mit kleinen Skulpturen, die Hauptfassade, die Krypta mit mysteriösen Kapitellen, die Fresken der Apsis und das Taufbecken am Eingang.

Vom Kirchplatz aus sieht man rechterhand auf einem Hügel hinter der Bahnlinie die schöne Kirche der Santa Maria del Castello (den Schlüssel, um sie zu besuchen, erhält man bei die Bewohnerin des Hauses am Fusse der Steigung zur Kirche, Via Altirolo 1, oder beim Pfarrer). Wichtig ist hier der nördliche Chor mit seinen Fresken aus dem Jahr 1448. Auf dem Hügel stand auch eine antike Festung, von der allerdings nur wenige Ruinenreste neben der Kirche verblieben sind.
Nach der Kirche San Nicola kommt die Kirche San Michele, mit einem interessanten Flügelaltar aus dem 16. Jhd., nordischer Provenienz.

Die Gegend um Giornico ist auch wegen ihrer vorzüglichen Weinreben bekannt. Es empfiehlt sich ein kurzer Halt in Rodai, am Südeingang des Dorfes (dem Strassenschild folgen), wo sich am Fusse des Berges ein pittoreskes Grüppchen von privaten Grottos mit schönen Weinlauben schart.

Das Museum der Leventina


Die permanente Ausstellung befindet sich im ersten und zum Teil im zweiten Stock. Sie zeichnet sich durch eine anthropologische Annäherung an die dargelegten Themen aus, die den Besucher durch einen interaktiven Parcours führen und Fragen zu Identität und Brauchtum aufwerfen, mithilfe von Gegenstände, Videos und Audioreproduktionen.

Im Halbdunkel alte Aufnahmen von Stimmen hören, sich in der Belle Epoque von Faido wiederfinden, Reiseamulette betrachten, über die Rolle der Frau in den alten Statuten nachlesen, sich über die ökonomischen Beschränkungen im Tal bewusst werden, indem man einen engen Gang entlanggeht, der sich zu einem Saal öffnet, welcher der Ankunft der Eisenbahn gewidmet ist, sind nur einige der Punkte, die es dem Besucher erlauben, den historischen Werdegang der Leventina zu erleben. Der Ausstellungsverlauf führt den Besucher durch Fragen, deren Antworten man in den dargebotenen Gegenständen, alle aus der Leventina stammend, findet.

Der Besuch endet auf einer Aussichtsterrasse, von der aus sich ein grossartiges Panorama auf das Tal, den Fluss und auf die Kirchen San Michele und San Nicola öffnet. Dieser Aussichtspunkt erlaubt es, nach dem Museumsbesuch, die heutige Realität der Leventina bewusster zu sehen.

Von besonderem Interesse ist im Konferenzsaal eine Abteilung, die zusammen mit dem Tessiner Fernsehen (RSI) und der Berufsschule der Tessiner Universität (SUPSI) eingerichtet wurde, zur Erforschung und Visualisierung von audiovisuellen Dokumenten aus den Archiven der RSI und anderem vom Museum der Leventina produziertem Material. Es handelt sich um eine innovative und hochwertige Darbietung, die gut zur interaktiven Vermittlung passt, die das Museum anstrebt. Am Verkaufsstand kann man typische lokale Produkte kaufen oder sich zu einem der vom Museum veranstalteten Ateliers oder Kurse anmelden.

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