Gandria

Dörfer

Das Dorfzentrum von Gandria, pittoresk und gut erhalten, mit seinen Häuserfassaden die sich in den Wassern des Ceresio spiegeln, ist eines der schönsten Uferdörfer des Tessins. Man erreicht die eng aneinandergeschmiegten Gebäude über Treppen und Gässchen. Einige Wohnstätten gehen auf das 16. und 17. Jhd. zurück und sind mit Fresken und Stuckarbeiten geschmückt. Das Dorf ist mit dem Boot von Lugano aus bequem erreichbar und ist durch zwei sehr angenehme Spazierwege verbunden: der Gandria-Weg und der auf der gegenüberliegenden Uferseite, der im Sommer wegen seiner Grotti sehr beliebt ist.

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Die Besichtigung


Gandria ist das letzte Schweizer Dorf vor der Grenze zu Italien. Die Berggipfel gegenüber dem Wohngebiet sind bereits auf italienischem Boden, aber der Dorfkern an ihrem Fusse gehört noch zur Schweiz: es handelt sich um die Cantine di Gandria, wo die Einwohner in der Vergangenheit den Wein, Wurstwaren und Käse im Kühlen lagerten.

Gandria liegt am Fusse des Monte Brè, was auf keltisch „Berg“ bedeutet. Vor 1300 lag das Dorf auf halber Höhe an den Hängen des Brè und seine Ruinen kann man noch heute sehen. Später haben sich die Einwohner am Seeufer niedergelassen. Bis 1936, als die Strasse gebaut wurde, konnte man die Ortschaft nur über den See oder über beschwerliche Wege erreichen. Die Menschen dort mussten also Selbstversorger sein: ausser Garten- und Weinbau und Viehzucht war der Fischfang die Hauptbeschäftigung.

Bis zum kalten Winter im Jahr 1709, bei dem der grösste Teil der Tessiner Olivenbäume erfroren, war Gandria ausserdem auch für sein Öl bekannt. Aus diesem Grund ist vor dem Gemeindehaus eine Ölpresse ausgestellt. Als Huldigung an diese Tradition hat man in den vergangen Jahren wieder neue Olivenhaine gepflanzt, die man besichtigen kann, wenn man vom Sentiero di Gandria einen kleinen Umweg macht. Mitte des 19. Jhd. begann man mit einer Seidenproduktion in der Spinnerei, ein langgestrecktes gelbes Gebäude, das man vom See aus gut sieht.

Wie auch andere Uferdörfer am Ceresio war Gandria Heimat von Künstlern und Architekten, die im Ausland Bekanntheit erreichten, wie die Brüder Giovanni und Giuseppe Torricelli, die im 12. Jhd. im Dom von Trient angestellt waren und die auch die Decken des schönen Hauses von Vigilio und Pietro Rabaglio schmückten, bekannt als die Planer des Königspalastes der Borbonen von Segovia in Spanien.

Geführter Rundgang


Vom 26. Juni bis 16. Oktober findet jeden Dienstag ein geführter Rundgang durch dieses magische Dorf statt, der es erlaubt einen Blick in die Vergangenheit und in das damalige Alltagsleben der Fischer und der Einwohner am See zu werfen. Mit dem Reisebegleiter geht man zu Fuss nach Gandria, um dann in die Gässchen des Dorfes einzutauchen. Rückfahrt mit dem Boot.
Auskünfte und Anmeldungen beim Lugano Tourismusbüro (Tel. 058 220 65 05 - info@luganoregion.com)


Wenn Sie mehr Zeit haben…

Zwei Spaziergänge


Der Besuch von Gandria kann mit zwei schönen Spaziergängen verbunden werden: dem Sentiero di Gandria und dem Uferweg auf der gegenüberliegenden Seeseite, der von San Rocco abgeht und zu den Grotti di Gandria führt.

Rundgang: Gandria Weg (1.5 St., Karte)


Zum klassischen Sentiero di Gandria gelangt man entweder zu Fuss, oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Lugano-Castagnola, wo der Weg dem See entlang nach Gandria beginnt. Man besichtig somit das Dorf und fährt mit dem Boot nach Lugano zurück. Man rechnet dafür insgesamt mit einem halben Tag.

Rundgang: Cantine di Gandria (2 St., Karte)


Der zweite Spaziergang, von San Rocco zum Schweizer Zollmuseum, empfiehlt sich hauptsächlich für den Sommer, wenn man schattige Kühle sucht, denn er führt in die sogenannte Zone der Cantine di Gandria, wo die Einheimischen in der Vergangenheit Wein, Wurstwaren und Käse lagerten.

Der Ausflug beginnt per Schiff von Lugano nach San Rocco, wo das gleichnamige Grotto für eine erste Rast bereit steht. In etwa zwanzig Minuten Fussmarsch erreicht man die Cantine di Caprino, eine lange Reihe aneinandergebauter Konstruktionen, die dem Zahn der Zeit getrotzt haben. Es sind dann noch etwa zehn Minuten nötig, um das Grotto dei Pescatori mit seinen einladenden Tischen am Seeufer zu erreichen. Weiter geht es sodann durch den Wald am Fusse des Berges, ein nicht allzu anstrengendes Auf und Ab, manchmal auf Treppen, zum Teil am See entlang, zum Teil weiter oben.

Nach etwa einer Stunde erreicht man schlussendlich die Cantine di Gandria, einige in privater Hand, andere zu öffentlichen Treffpunkten geworden. Zahlreiche Keller wurden zu Grotti umgewandelt, typische Tessiner Wirtschaften, die nur im Sommer geöffnet sind, da sie über keinen Platz im Innern verfügen.

Der Ausflug endet im Schweizer Zollmuseum (nur nachmittags, von April bis Oktober geöffnet), das von Grenzgeschichten und Schmuggel berichtet. Nach diesem Besuch nimmt man wieder das Boot und fährt zum pittoresken Dorf Gandria.

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