Altstadt von Bellinzona

Städte-Denkmäler

Bellinzona ist hauptsächlich wegen seiner Burgen bekannt, ein mittelalterlicher architektonischer Verteidigungskomplex, Kulturerbe der UNESCO. Einen Besuch verdienen jedoch auch die Altstadt, eine der authentischsten im gesamten Tessin, und die Kirche Santa Maria delle Grazie aus dem 15. Jhd., in der ein grossartiges Renaissance-Fresko aufbewahrt ist, das eine ganze Wand einnimmt. Am besten besucht man Bellinzona am Samstagmorgen, Tag des beliebten Wochenmarkts. Hier findet man das Beste was die Tessiner Gastronomie zu bieten hat: Wurstwaren, Käse, Gemüse und das Marktbrot, dass immer noch nach alten Rezepten hergestellt wird.

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Rundgang: Altstadt von Bellinzona (2 St., Karte)


Die belebteste Strasse ist die Viale Stazione, die vom Bahnhof abgeht und von wo auch unser Rundgang durch die Altstadt beginnt. Längs dieser Hauptstrasse, die während der Fasnacht Rabadan die Szenerie für die diversen Umzüge bildet, laufen wir links dem Postgebäude vorbei, das in den 80er Jahren von Architekt Aurelio Galfetti erbaut wurde, welcher auch Castelgrande restaurierte und zu den wichtigsten Architekten der neuen Tessiner Schule zählt.

Viale Stazione mündet in die Piazza Collegiata, gesäumt von antiken, bestens restaurierten Palästen und der gleichnamigen Kirche im Renaissancestil und mit einer imposanten Marmorfassade. Von der Piazza geht es in die Via Nosetto, die zum gleichnamigen Platz mit dem eindrucksvollen Rathaus führt. Obwohl dieses vom Stil nach Renaissance aussieht, wurde es anfangs des 20. Jhd. erbaut und zwar mit Material des vorgehenden Gebäudes, das aus dem 15. Jhd. stammte. Nun folgt man der Via Camminata bis zur Piazza Indipendenza, mit dem Obelisk, der 1903 zum Gedenken an den hundertsten Jahrestag des Beitritts des Tessins zur Eidgenossenschaft errichtet wurde.

Man schwenkt sodann nach rechts in die Via Dogana und läuft ein Stück Umfassungsmauer entlang bis zur Piazza Governo, Sitz der derzeitigen Tessiner Esekutive und Legislative. Der Platz aus dem 19. Jhd. wird vom Ursulinenkloster dominiert, welches 1738 und 1743 erbaut wurde und anschliessend Sitz der Tessiner Regierung und nun der Legislative geworden ist. Auf dem weitläufigen Platz, in dessen Zentrum ein Brunnen mit einem Seehund des Tessiner Bildhauers Remo Rossi (1909-1982) steht, finden wir auch das Teatro Sociale, erbaut 1847 und 1997 restauriert.

Unter den Bogengängen der Via Teatro geht es zurück zur Piazza Nosetto, dann auf die Piazza Collegiata und weiter nach links durch die hübsche Via Codeborgo, die auf die Piazza del Sole mündet, welche von Architekt Livio Vacchini (1933-2007) entworfen wurde; ein weiterer wichtiger Tessiner Architekt, der mit diesem Projekt den Felsen hervorheben wollte, auf dem Castelgrande steht. Von der Piazza del Sole geht es nach rechts in das Vicolo Torre und bei der Kreuzung mit der Viale Stazione geht es an den Ausgangspunkt zurück.

Die Kirche Santa Maria delle Grazie


Neben der Altstadt, in der Nähe des Friedhofs, den man bequem mit dem Auto erreicht, befindet sich die Kirche Santa Maria delle Grazie (aus dem 15. Jhd.). Elegant und eindrücklich, beherbergt sie ein grossartiges Renaissance-Fresko auf einer breiten, inneren Trennwand, erbaut nach der Tradition der Franziskaner. In seinem Zentralen Teil sehen wir die Kreuzigung und darum herum, in 15 Bildern, wird Christi Leben erzählt. Der Autor ist ein unbekannter lombardischer Maler vom Ende des 15. Jhd..

Von gutem Niveau sind auch die Fresken, die der "Dormitio Mariae" gewidmet sind (in der rechten Frontalkapelle), einigen Heiligen (erste Kapelle links) und der Verkündigung auf dem Triumphbogen des Chors. Die Kirche wurde 1996 teilweise durch einen Brand zerstört und nach jahrelangen Restaurierungsarbeiten können die Fresken mit einem erstaunlichen Resultat wieder in ihrem alten Glanz erstrahlen.
Im Kreuzgang des ehemaligen Klosters neben der Kirche, heute ein Altersheim, kann man einen interessanten Freskenzyklus aus dem 17. Jhd. bewundern, der Episoden aus dem Leben des Hl. Franziskus darstellt.

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