Märkte am Lago Maggiore

Wasser

Die Wochenmärkte in den italienischen Ortschaften am Ufer des Lago Maggiore sind ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen. Von der Schweiz aus führt der beste Weg dorthin über das Wasser. Wer in Ascona oder Locarno das Schiff besteigt, kann sein Shopping-Erlebnis gleich mit einer herrlichen Fahrt über den See kombinieren in „einem der schönsten Orte der Welt“, wie von Stendhal behauptet. Die Märkte finden jeweils am Mittwoch in Luino, am Samstag in Verbania-Intra und am Sonntag in Cannobio statt. Vor allem der Markt in Luino geniesst grosse Popularität. Die Besucher stammen nicht nur aus der Umgebung, sondern reisen extra aus der Deutschschweiz, aus Süddeutschland und aus Österreich an.

Die Reise über den See kommt einer Sightseeing-Tour gleich. Vom Schiff aus können noch innerhalb des Schweizer Seebeckens die Brissago-Inseln bewundert werden. Sie sind berühmt für ihre exotische Pflanzenwelt. Die Fahrt führt weiter vorbei an der Wallfahrtskirche „della Pietà“ in Cannobio (Italien) und den Burgruinen der „Piratenbrüder“ Mazzarditi in Cannero Riviera. Der Ausflug bis Verbania-Intra ermöglicht einen Blick auf die kleinen Dörfchen Oggebbio und Ghiffa. Intra selbst besticht durch seine kleine Altstadt und die Promenade mit Ausblick auf Laveno auf der anderen Seeseite. Nach dem Marktbesuch geht es mit dem Schiff wieder zurück in die Schweiz.

Luino (jeden Mittwoch, von 8.30 bis 17 Uhr)


Der berühmteste Wochenmarkt am Lago Maggiore findet jeweils mittwochs in Luino statt. Seine lange Geschichte reicht über fünf Jahrhunderte zurück, bis ins Jahr 1541. Damals erteilte der Kaiser Karl V den Luinesern das Marktrecht. Der quirlige Markt hat bis heute nichts von seiner Faszination verloren. Der Luineser Schriftsteller Piero Chiara (1913 – 1986) beschrieb ihn vor rund einem halben Jahrhundert folgendermassen: „Auf dem Markt von Luino finden sich Händler mit jeder Form von Ware. Wer Geflügel, Käse, Obst und Gemüse verkauft, steht mit seinem Marktstand unter den Bäumen auf der Piazza Mercato. Die übrigen Händler mit Taschen, Stoffen, Schuhen, Schirmen, Saatgut, Getreide, Werkzeug, Büchern und allem möglichen Nippes verteilen sich in den übrigen Strassen und Winkeln, bis wirklich der ganze Ort belegt ist.“ Inzwischen sind wöchentlich bis zu 400 Markthändler mit ihren Ständen vertreten. Auch Hemden und Kleidungsstücke, Lederwaren, Strickwaren und Nähgarn, Geschirr und Haushaltswaren gehören heute zum Angebot. Zeitloser Beliebtheit erfreuen sich die Stände mit frischem Obst und Gemüse.

Cannobio (jeden Sonntag, von 8 bis 13 Uhr)


„Dieser noble Ort hat einst von der ehrenvollen und edlen Verarbeitung von Wolle gelebt. Heute wird im grossen Stil mit Fellen und Wolldecken gehandelt. Und jeden 15. Tag, donnerstags, kommen unzählige Menschen zum Markt.“ So beschrieb der Ordensbruder Morigia den Markt von Cannobio vor vier Jahrhunderten.
Inzwischen ist der Sonntag zum wöchentlichen Markttag geworden. Die rund 300 Verkaufsstände verteilen sich über die gesamte Promenade entlang des Seeufers und bieten alles, was das Herz begehrt: Lebensmittel, Obst und Gemüse, Blumen, regionale Käse- und Salamispezialitäten, Lederwaren, Hemden, Pullover, Strümpfe und Handwerkskunst. Das Haupttreiben des Markts liegt auf der rechtwinkligen Piazza, die von Arkaden und vielen kleinen Lokalen und Geschäften gesäumt ist. Wer am historischen Hafen anlegt, erblickt auf der rechten Seite die grosse Wallfahrtskirche „Santuario della Pietà“. Den Ausbau in dieser Dimension hatte im 16. Jahrhundert der Erzbischof Carlo Borromeo in Auftrag gegeben. Im Inneren des Gotteshaus kann über dem Altar das Tafelbild „Salita al Calvario“ von Gaudenzio Ferrari betrachtet werden. Im Hauptaltar selbst ist das heilige Bild des „Cristo in Pietà“ mit der weinenden Madonna untergebracht.

Verbania-Intra (jeden Samstag, von 8 bis 17 Uhr)


Der Markt von Verbania-Intra wird schon im Jahr 1393 von historischen Quellen erwähnt. Der alten Verordnung nach boten die Händler ihre Ware alle zwei Wochen im Quartier Sassonia, am Bach San Bernardino, feil. Eine detaillierte Beschreibung lieferte Ordensbruder Morigia: „In diesem Ort muss kein Zoll oder Wegegeld bezahlt werden. Jeden 15. Tag, immer samstags, findet ein grosser Markt für die Bewohner der Region statt. Doch auch aus entfernter gelegenen Gebieten reisen viele Menschen an. Denn das wichtigste Handelsgut ist Vieh. Die Tiere stammen aus dem Wallis (Schweiz) und anderen Regionen deutscher Sprache. Käse spielt dabei eine wichtige Rolle.“
Einen zweiten Markt gab es früher am jeweils anderen Samstag im benachbarten Pallanza. Heute bildet Intra das Herz des Wochenmarktes. Die rund 240 Verkaufsstände sind im Ortskern auf vier Plätze aufgeteilt. Die Auswahl ist, wie überall, äusserst reichhaltig und beinhaltet Käse- und Salamispezialitäten, frischen See- und Meeresfisch, Obst und Gemüse aus der Umgebung, Schuhe, Kleidung, Lederwaren, Hüte, Stoffe aus Baumwolle, Seide, Leinen und Kammwolle.

(Raffaele Fattalini)

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