Gärten der Villa Taranto

Parks

Ein Spaziergang in den Gärten der Villa Taranto in Verbania-Pallanza (Italien) kommt einer Reise in ferne Länder gleich. Das weitläufige Parkgelände am Lago Maggiore, das als Meisterwerk der Gartengestaltung gilt, ist von Locarno aus leicht mit dem Auto oder mit dem Schiff erreichbar und birgt eine der grössten exotischen Pflanzensammlungen Europas. Zu verdanken ist das dem Schotten, Captain Neil Boyd Mc Eacham (1884 – 1964), der die Gärten in den 30er Jahren anlegen liess und aus der ganzen Welt seltene Pflanzenarten mitbrachte. Besonders im Frühling ist ein Besuch des blühenden Parks am See ein unvergessliches Erlebnis

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Der Park


„Ein schöner Garten muss nicht gross sein, er soll vielmehr die Verwirklichung eines Traumes darstellen, auch wenn dieser sich auf einem Balkon befindet und nicht mehr als ein paar Quadratmeter umfasst.“ Nach diesem Prinzip erfüllte sich Captain Neil Boyd Mc Eacham, Akademiker und Bogenschützer der Königin von England, seinen grossen Traum und erschafft in Italien am Lago Maggiore einen rund 20 Hektar grossen englischen Garten. Sein Wunsch war es, auf einem einzigen Fleckchen Erde eine Vielzahl von exotischen Pflanzen ganz verschiedener Herkunft wachsen zu lassen. Er wollte eine Umgebung erschaffen, wo sich wertvolle Pflanzen verschiedensten Sorten und exotischer Art akklimatisieren konnten. Dies im Respekt der biologischen Eigenschaften jeder Spezies und im Einklang der ästhetischen und botanischen Anforderungen. Erster Schritt des Schotten nach dem Kauf der Villa war daher die Schaffung optimaler Voraussetzungen: vorhandene Vegetation wurde entfernt, Erde ausgehoben und terrassenförmige Beete angelegt. Für empfindliche Pflanzen, die ein schattiges und windstilles Plätzchen benötigten, wurde ein künstliches Tal gegraben. Sonnenhungrige Blumen erhielten exponierte Standorte in den Terrassengärten. Eine aufwendige Bewässerungsanlage von acht Kilometern Länge, die Wasser direkt aus dem See pumpte, garantierte ausreichend Feuchtigkeit.

Der botanische Bestand des Parks von Villa Taranto umfasst heute etwa 1000 nicht heimische Pflanzen und rund 20'000 Arten und Gattungen von grosser botanischer Bedeutung. Zu finden sind unter anderem Magnolien, Eukalypten, seltene tropische Pflanzen und Lotusblumen, nebst Kastanien, Birken, Tulpen, Dahlien, Paulownien, Azaleen, Narzissen, Rhododendren, Hortensien und spezielle Buchenarten. Zur Schönheit des Parks tragen auch mehrere Springbrunnen, Wasserfälle und Teiche bei.

Die Geschichte


Das Grundstück am Lago Maggiore entdeckte Captain Neil Boyd Mc Eacham dank einer Immobilienanzeige in der „Times“ im Jahr 1931. Der Marquise von Sant’Elia suchte damals einen Käufer für seine Villa „La Crocetta“ mit Park am Lago Maggiore. Der schottische Kapitän, Sohn aus wohlhabender Familie, erkannte sofort das Potential des Grundstücks. Schon lange suchte er nach einem geeigneten Ort für seinen geplanten botanischen Garten. Seinen grünen Daumen hatte Neil Boyd Mc Eacham im Vorfeld schon bei der Gestaltung des Parks des Galloway Houses, das Anwesen der Familie in Schottland, unter Beweis gestellt. Das Geschäft mit dem Marquise von Sant’Elia wurde abgeschlossen. Noch im selben Jahr begannen die Arbeiten an dem Park.

Der Kapitän wurde am 28. Oktober 1884 als Sohn einer wohlhabenden Familie im schottischen Garlieston geboren. Sein Vater war Inhaber einer grossen Schifffahrtsgesellschaft, die Grossbritannien auf dem Wasserweg mit Australien verband. Die Familie der Mutter besass in Australien reiche Eisen- und Kohlebergwerke, ausserdem weite Ländereien mit Tausenden von Schafen, so dass im grossen Stil mit Wolle gehandelt wurde. Der junge Neil besuchte Italien zum ersten Mal mit acht Jahren, als die Yacht seines Vaters auf einer Rundreise im Hafen von Livorno anlegte. Es heisst, er habe sich sofort in das Land verliebt. Später verbrachte er seine Urlaube in Italien. Als Sohn aus gutem Hause studierte er damals am Eton College und in Oxford. Mit 16 Jahren begab er sich das erste Mal auf Weltreise. In den späteren Jahren zog es ihn noch fünfmal rund um den Erdball. Auf seinen Reisen suchte Captain Neil Boyd Mc Eacham nach besonderen Pflanzenarten, die er in Europa zeigen und verbreiten wollte und sich zum Züchten in seinem Park der Villa Taranto eigneten. Im Jahr 1964 verstarb der Schotte im Alter von 80 Jahren. Seine sterblichen Überreste haben ihre letzte Ruhe in einem Mausoleum auf dem Parkgelände gefunden. Schon im Jahr 1938 überschrieb Mc Eacham die Gärten dem italienischen Staat. Er behielt aber die Nutzungsrechte bis zu seinem Tod. Im Jahr 1952 wurde der Park für das Publikum geöffnet.

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