Altstadt von Locarno

Städte-Denkmäler

Die Piazza Grande von Locarno ist das Herzstück der Stadt, mit seinen harmonischen Laubengängen im lombardischen Stil, die sich über 700 m hinziehen und unter denen man zahlreiche Geschäfte und Restaurants findet. Der Platz ist der Salon der Stadt und ist von antiken Gebäuden gesäumt. Speziell im Sommer ist er besonders belebt, wenn Moon & Stars und das Internationale Filmfestival stattfinden. Piazza Grande ist der Ausgangspunkt, um die nennenswertesten Sehenswürdigkeiten im historischen Zentrum zu besichtigen, wie das Castello Visconteo, die vielen Kirchen in der Altstadt, die Seepromenade und die bedeutende Kirche San Vittore in Muralto.

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Rundgang: Altstadt von Locarno (2 St., Karte)


Piazza Grande entstand im 8. Jhd., als man das Ufer des Sees entfernte, der in frühen Zeiten die Häuser bespülte. Die spezielle Bepflasterung mit Rundsteinen aus dem Fluss geht auf 1825 zurück.

Der Spaziergang beginnt mit einer Überquerung der gesamten Piazza bis zum Castello Visconteo. Antiken Ursprungs, wurde es 1342 von der Mailänder Familie der Visconti erobert und anschliessend erweitert. 1532, nach dem Sieg der Eidgenossen über die Mailänder wurde es grossteils demoliert und von den fünf Türmen blieb nur einer übrig. Im Schloss befindet sich im Moment das Archäologische Museum mit einer beachtlichen Sammlung von römischen Gläsern, die aus Ausgrabungen in der Region stammen, dabei auch der berühmte „Vogelkelch“.

Nach dem Schloss steigen wir die Treppe an seiner Westseite hoch und gelangen so in die Altstadt. Oben angelangt, weitet sich linkerhand der Platz vor der Chiesa San Francesco. Neben dem gleichnamigen Kloster gelegen, soll sie der Legende nach gegen 1316 entstanden sein, aber das derzeitige Gebäude wurde 1583 mit den Steinen des von den Eidgenossen demolierten Schlosses erbaut. Das Innere der Kirche ist dreischiffig, mit wertvollen Fresken verziert und erst kürzlich renoviert worden. In San Francesco finden zahlreiche klassische Konzerte der Musikwochen von Ascona statt. Das angrenzende Kloster der Minoritenmönche wurde am Ende des 19. Jhd. zu einer Schule umgebaut.

Von der Piazzetta vor der Kirche San Francesco schlagen wir die Via dell’Ospedale ein. Vor dem Eingang des Spitals steht eine grosse Bronzeskulptur, ein Werk des Künstlers Nag Arnoldi. Dann gehen wir nach links in die Via Castelrotto, längs dem modernen Spitalbau, bis wir auf die befahrene Hauptstrasse (Via Rinaldo Simen) stossen. Wir gehen zuerst nach rechts und dann links, auf die Via Vallemaggia.

Nach wenigen Minuten zweigt rechts die Via S. Maria in Selva ab, wo ein grosses Gittertor links zur gleichnamigen Kirche Einlass gibt und die im städtischen Friedhof steht. Im Innern der Kirche finden wir wertvolle Fresken von verschiedenen Malern. Die nennenswertesten, die auf 1401 zurückgehen, sind Werke eines nicht näher benannten „Meister der Hl. Maria" und gelten als einige der besten Beispiele des internationalen gotischen Stils auf lombardischem Boden. Im Zentrum der Lünette im Osten, sehen wir ein Bildnis der Barmherzigen Madonna (oben), die Krönung der Jungfrau und Gruppen von Heiligen, Märtyrer und Propheten (in den Kappen der Gewölbe). Andere Fresken stammen von Giacobino da Vitale (das Begräbnis der Jungfrau, 1450) aus der Werkstatt der Seregnesi (mit Votiv-Charakter) und aus der Werkstatt von Antonio da Tradate (die Vorstellung im Tempel).

Wir verlassen das Kirchlein und kehren auf die Via Vallemaggia zurück und gehen nach links bis zur Piazza S. Antonio, in deren Zentrum ein Denkmal des Barons Marcacci (1856) steht. Die Piazza ist von der gleichnamigen Kirche dominiert, welche im 19. Jhd. teilweise renoviert wurde. Daneben Casa Rusca, ein Herrschaftshaus aus dem 17. Jhd., derzeit Sitz der Gemeinde-Pinakothek. Nach der Überquerung der Piazza biegen wir in die enge Via S. Antonio ein und gelangen so zwischen Antiquariaten und Handwerksläden zur Piazzetta delle Corporazioni, von wo wir nach links die Via Cittadella wählen, die Hauptader der Altstadt. Hier steht die Kirche der Santa Maria Assunta (genannt auch Chiesa Nuova/die Neue Kirche). 1630 erbaut, zeigt ihre Fassade eine grosse Stuck-Statue des Hl. Christophorus; im Innern befinden sich einige der prunkvollsten barocken Stuckdekorationen des Tessins.

Wir folgen weiter der Via Cittadella, und an der Kreuzung mit der Via Panigari geht es wieder zur Piazza Grande hinunter. Hier gehen wir nach links, unter den Portici bis zur Via Ramogna und danach bis zum Bahnhof, hinter dem man die Kirche San Vittore erblickt, welche als eine der bedeutendsten des Tessins gilt.

Die Kirche San Vittore


Der aktuelle Bau geht auf das Jahr 1100 zurück, aber der Glockenturm stammt aus dem 16. Jhd.. Berühmt sind die Fresken im zentralen Schiff, welche Szenen der Genesis darstellen, die Vertreibung aus dem Paradies und die Verfluchung Kains. Die Malereien, die man besser mit einem Fernglas betrachtet, sind einmalig in ihrer Themenwahl, Form und Farbe. Sie verlaufen in einem Band von ca. 2 m Höhe und etwa 20 m Länge. Datiert um 1140-1150, gehören sie zu den ältesten im Tessin. Von grossem Wert sind auch die 22 Kapitelle der Säulen, die die Kripta tragen und mit geometrischen und Pflanzenmotiven dekoriert sind, Köpfen von Menschen und Phantasie-Tieren, die sich in einer aussergewöhnlichen Abfolge von romanischer Bildhauerei darstellen.

Hinter der Kirche biegen wir nach rechts in die Via San Vittore ein, die Richtung See hinabführt. Am Ende der Eisenbahnbrücke steigen wir eine Treppe hinunter und gelangen so, direkt vis-à-vis, unter einem Bogen in das pittoreske Vicolo dei Nessi, das uns bis zur Seepromenade in Muralto führt.

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